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Studie: Mit dem Passivhaus zum Atomausstieg
Eine Studie der Novel Media GmbH im Auftrag der Imvest Projektentwicklung GmbH (Hamburg) vom Sommer 2011 bewertet energetisches Bauen als Voraussetzung für den geplanten Atomausstieg und betont die Relevanz einer energetischen Modernisierung der Gebäudestruktur für die angestrebte Energiewende.
2022 soll nach Beschluss der Bundesregierung das letzte deutsche Atomkraftwerk vom Netz gehen, bis 2020 sollen die CO2-Emissionen um 40 % (bezogen auf 1990) reduziert werden und erneuerbare Energien mindestens 18 % des deutschen Energiebedarfes decken. Der Wärmebedarf von Gebäuden soll um 20 % gesenkt werden. 25 % des Stromes sollen aus KWK-Anlagen gespeist werden, also Anlagen, die neben Strom gleichzeitig Nutzwärme liefern. Außerdem sollen 2020 eine Million Elektroautos am Verkehr teilnehmen, so das Energiekonzept der Bundesregierung.
Da im Gebäude- bzw. Raumwärmebereich besonders viel Energie eingespart werden kann, ist dieser Sektor zur Erreichung der angestrebten Energieeffizienzziele von besonderer Bedeutung. Durch Maßnahmen wie Wärmeschutz-Optimierung der Gebäudehülle und Fenster sowie Einbau von Wärmerückgewinnungsanlagen kann der entsprechende Energiebedarf um bis zu 95 % gesenkt werden. Bei einer zusätzlichen Nutzung von z. B. Solar- oder Geothermie kann der Energiebedarf für die thermischen Anwendungen im Wohnbereich im Idealfall vollständig objektintern gedeckt werden. Existierende Konzepte für Plusenergiebauten erreichen sogar eine positive Energiebilanz, so dass das Gebäude mehr Energie generiert, als darin benötigt wird.
Für den hypothetischen Fall, dass der gesamte deutsche Wohnungsbestand morgen Passivhausqualität hätte, könnte man 460 Mrd. kWh Energie einsparen – das entspricht mehr als dem dreifachen dessen, was alle deutschen Kernkraftwerke 2010 an Atomstrom produzierten.
Die vorliegende Studie kommt zu dem Schluss, dass eine energetische Modernisierung der Gebäudestruktur sowohl direkt als auch indirekt wirksame Potenziale böte, um einen Ausstieg aus der Kernenergie zu ermöglichen. Dies betrifft zum einen die mit Strom betriebenen Nachtspeicherheizungen und zum anderen die auf Basis von Erdgas betriebenen Heizsysteme, die einen Anteil von fast 50 % der verwendeten Energieträger im Raumwärmebereich haben. Die Einsparungen bei ersteren würden den Bedarf an Atomenergie direkt senken. Bei letzteren würden die freiwerdenden Kapazitäten eine Umstrukturierung der Energieversorgung für einen kostengünstigen und klimaneutralen Atomausstieg ermöglichen.
Hier kann die Studie angefordert werden.
Weitere Informationen: www.novelmedia.de
