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Freitag, 18.05.2012

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Ramsauer will mit Passivhäusern Autos betanken

Bundesbau- und Verkehrsminister Ramsauer wird zum Visionär. Vor wenigen Monaten schon propagierte er das Passivhaus als künftigen Baustandard. Jetzt will er mit Passivhäusern sogar noch die Familienautos betanken.

Bundesbau- und Verkehrsminister Ramsauer wird zum Visionär. Vor wenigen Monaten schon propagierte er das Passivhaus als künftigen Baustandard. Jetzt will er mit Passivhäusern sogar noch die Familienautos betanken. Möglich werden soll dies mit Passivhäusern, die dank üppiger Photovoltaikbestückung zu Plusenergiehäusern ausgebaut sind und somit echte Energieüberschüsse produzieren. Damit sollen dann Elektroautos bestückt werden. Geschickt verbindet der Minister so seine zwei Teilressorts Bau und Verkehr zu einem Konzept und verhilft obendrein dem fragwürdigen Elektroauto zur Daseinsberechtigung.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer eröffnete am Montag, 26. April ein Plusenergiehaus in Essen und sagte: "Dieses Modellhaus produziert doppelt so viel Energie, wie es selbst braucht - selbst in der deutschen Klimazone. Den Überschuss kann man in das Stromnetz einspeisen und so Geld verdienen oder sein Elektrofahrzeug betanken. Die Immobilie betankt sozusagen autark das Auto vor dem Haus. Frei nach dem Motto: Mein Haus ist meine Tankstelle."

Der neue Prototyp ist ein zweigeschossiges Wohnhaus mit rund 80 Quadratmetern Wohnfläche, das die Technische Universität Darmstadt entwickelt hat. Im Jahr 2009 hat das Gebäude im renommierten Wettbewerb "Solar Decathlon" in Washington D.C/USA den ersten Preis gewonnen. Es wird im Rahmen der Forschungsinitiative "Zukunft Bau" durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gefördert - wie auch dessen eingeschossiger Vorgänger, der zurzeit in Frankfurt am Main ausgestellt ist.

Ramsauer: "Mit dem neuen Haus starten wir eine Initiative, energieeffizientes Bauen und Elektromobilität zu verbinden. Ich habe dafür das Hauskonzept um eine Ladestation für Elektrofahrzeuge erweitern lassen. Dieses innovative Haus demonstriert, wie es in der Praxis funktionieren kann."

Nun entwickeln Gebäude-, Batterie- und Fahrzeugentwickler ein integriertes Gesamtkonzept. Die Idee: Die Energie, die das Haus erzeugt, wird in passenden Hochleistungsbatterien gespeichert und tankt Elektrofahrzeuge auf. Bereits im nächsten Jahr soll ein erstes voll funktionsfähiges, bewohnbares "Energieüberschusshaus" in Berlin präsentiert werden.

Mit Blick auf die Novelle der EG-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden, die im Neubau "Fast-Null-Energie-Häuser" ab Ende 2010 fordert, verwies Bundesminister Ramsauer auf die Chancen für die deutsche Bauwirtschaft:

"Bei der Entwicklung von marktfähigen Technologien für Null- und Plusenergiehäuser liegt Deutschland ganz weit vorn. Wenn wir weiter gemeinsam an solch herausragenden Projekten arbeiten, werden wir auch in Zukunft weltweit eine Spitzenposition belegen. Das ist eine große Chance für den Wirtschaftsstandort Deutschland."

Wer hätte solche Töne vor wenigen Jahre noch von einem CSU-Mann erwartet?

Dienstag, 27.04.2010 11.12 Alter: 2 Years