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Ökologische Luxus-Unterkunft für die Hotel-Mitarbeiter
Der moderne Holzbau überzeugt immer mehr Bauherren. Große mehrgeschossige Häuser in Holzrahmenbauweise sind jedoch immer noch die Ausnahme. Dass diese Bauweise energiewirtschaftlich und optisch attraktiv ist, beweisen u.a. die neuen Mitarbeiterhäuser des Hotels Sonnenalp im Allgäu. In zwei Häusern sind 2009 60 Wohneinheiten im Passivhausstandard entstanden.
Die Eigentümer investieren in Qualität
Die Eigentümer des Luxushotels sind ihrer Philosophie treu und setzen auch beim Bauen auf höchste Qualität. Als erfolgreiche Unternehmer schaute die Familie auch auf die Wirtschaftlichkeit: bereits nach 12 Jahren sollen sich die Mehrkosten für Qualitätsprodukte und Passivhausbauweise über den geringeren Energieeinsatz amortisiert haben. Hinzu kommt der Gewinn an Wohnkomfort und Zufriedenheit bei den Mitarbeitern sowie die positive Außenwirkung dieser Investition.
Insgesamt kamen 500 m³ Holz zum Einsatz, d. h. 11 km Abbundleistung für Wände, Dächer und Decken. Hinzu kommen 1800 m² OSB Wandflächen (Innen- und Außenwände), 1400 m² Sicht-Dachschalung und 115 m³ Holzweichfaserplatten zur Fassadendämmung.

Die Holzrahmenkonstruktion trägt Holzfaserdämmplatten
Die Außenwände der beiden Häuser sind mehrschichtig aufgebaut. Äußerlich fallen dem Betrachter direkt die senkrechte oder alternativ waagrechte lasierte Fichtenschalung im ersten und zweiten Obergeschoss ins Auge. Hinter der Schalung verbirgt sich ein wärmedämmtechnisch optimaler Wandaufbau: 120 mm Holzfaserdämmplatten (GUTEX Ultratherm), Holzständerkonstruktion mit flexibler Zwischendämmung aus 240 mm Mineralwolle, Dampfsperre, OSB-Platte in 15 mm Stärke und zum Innenraum eine Gipskartonplatte, 12,5 mm. Die Innenräume sind tapeziert.
Im Erdgeschoss wurde auf die Holzfassade verzichtet und eine Putzoptik gewählt. Daher kam ein Wärmedämmverbundsystem aus Holzfaserdämmplatten und Putzkomponenten (GUTEX Thermowall) als abschließende Dämmebene zum Einsatz. Diese ist mit 240 mm doppelt so stark gewählt wie im Obergeschoss, um in Verbindung mit der Betonwand einen durchgehend sehr guten Dämmwert zu erreichen. Beide Wandaufbauten haben einen U-Wert von
0,13 W/(m2K).
Die Planer stehen auf Passivhaus
Das Planungsteam setze sich aus verschiedenen Spezialisten zusammen. Der Architekt ließ sich von einem Fachplaner für Passivhäuser sowie einem Ingenieurbüro für Tragwerksplanung unterstützen. Hinzu kommt ein fortschrittlicher Holzbaubetrieb, dessen Erfahrung mit dem Werkstoff Holz die Entscheidungsfindung für Holzrahmenkonstruktion und Auswahl der Baumaterialien mit beeinflusst hat.
Bei einer Energiebezugsfläche von insgesamt 2.186 m² und einem umbauten Raum von 9.885 m³ verbrauchen die Häuser lediglich 13,8 bzw. 15,4 Kwh/(m²a) bei einer Heizlast (22 °C) von 11,6 W/m2 oder gesamt 25,4 KW. Die ist in dieser Größenordnung einzigartig und ein absolutes Vorzeigeobjekt im europäischen Hotelgewerbe.
Das Gesamtkonzept umfasst weiterhin einen Öl-Niedertemperaturkessel für Warmwasser und Heizung mit Radiatoren. Die Anbindung an ein Biomassennahwärmenetz ist in Planung. Die Größe der Objekte führte zur Entscheidung für eine Solebohrung zur Luftvorwärmung der Lüftungsanlage. Sie verhindert ein Einfrieren der Lüfung und reduziert den Bedarf an anderen Energiequellen.
Bautafel
Bauherr: Hotel Sonnenalp KG, Familie Michael Fäßler
Planung: Architekturbüro Unzeitig, Blumenstraße 4, 87527 Sonthofen
Fachplaner: Passivhaus Herz & Lang GmbH, Ritzensonnenhalb 5a, 87480 Weitnau
Holzbau: Benninghoff – Holzbau GmbH, Am Auwald 11, 86541 Bad Hindelang
Dämmung: GUTEX Holzfaserplattenwerk, H. Henselmann GmbH Co KG, Gutenburg 5, 79761 Waldshut-Tiengen, www.gutex.de
